Vis-à-Vis mit Adolf Fleischmann: Hartmut Böhm und Andreas Schmid

Zwei Installationen von Hartmut Böhm und Andreas Schmid aus der Daimler Art Collection im Kontext der Retrospektive Adolf Fleischmann

30. April — 6. November 2016
Daimler Contemporary Berlin

Mit Adolf Fleischmann und Dieter Blum werden zwei Künstler im Daimler Contemporary parallel präsentiert, die ihre biographischen Wurzeln im Baden-Württembergischen Esslingen haben und u.a. über ihr in den USA entstandenes Werk bekannt wurden. Die Retrospektive zum Werk von Adolf Fleischmann führt darüber hinaus die 2001 begonnene Ausstellungsreihe >Classical : Modern< fort, in welcher kontinuierlich mit Süddeutschland verbundene Künstler/innen aus der Daimler Art Collection in einem weiteren, europäischen Kontext vorgestellt worden sind.
Von Adolf Fleischmann (1892 – 1968) zeigen wir in einer ersten Berliner Retrospektive rund sechzig Gemälde, Collagen und Gouachen, im Zentrum steht das bedeutende Spätwerk der New Yorker Zeit. Dieter Blum (*1936, lebt in Düsseldorf) war 1992 zu einem Shooting für Marlboro in die USA eingeladen. Die entstandene, bisher nur ausschnitthaft gezeigte und rund sechzig Fotos umfassende Serie war die Basis dafür, dass Blum zum international bekanntesten Fotografen in diesem Umfeld wurde.
Im Kontext der Adolf Fleischmann Retrospektive stellen wir weiterhin neue Auftragsarbeiten vor für die Daimler Art Collection von Hartmut Böhm und Andreas Schmid.

Andreas Schmid, Lichtungen (Clearings), 2009

Andreas Schmids Licht-Stelen-Installation zeigen wir im Dialog mit Fleischmann: der Vibration der Farbe bei Fleischmann antworten räumlich-zeitliche Bewegungen farbigen Lichts bei Schmid. Andreas Schmid geht als Künstler situativ und temporär vor. Er bearbeitet vorhandene Räume als Orte des Übergangs zwischen Außen- und Innenwahrnehmung, die sich mit der Bewegung des Betrachters im Raum entfalten. Andreas Schmid verwandelt in einem Dialog mit malerischen Positionen der 1960er einen architektonischen Übergangsbereich in eine langsam sich verändernde Raum-Licht-Zeichnung. Mittels Computersteuerung werden Verlauf und Intensität der farbigen Lichtstelen in sachtem Wechsel moduliert. Andreas Schmids Lichtzeichnungen im Raum bilden somit selbst Raum: einen Modulationsraum für den geduldigen Blick. Nicht mit den Füßen, nur mit den Augen zu betreten.

Hartmut Böhm, or-or, 2016

Hartmut Böhm, 1938 in Kassel geboren, arbeitet seit fünf Jahrzehnten an den Schnittstellen von Konkreter Kunst, Minimal Art und Konzeptkunst. Die Begriffe Serialität, Relief, Struktur, Progression sind kennzeichnend für zahlreiche seiner Skulpturen und Objekte und verbinden ihn mit dem Werk von Adolf Fleischmann. In seinem Werk geht es um skulptural-ästhetische Konzepte, deren differenzierte Maßverhältnisse der Unordnung der Welt das Ethos eines geistigen und werkstoffgerechten Willens zu disziplinierter Formfindung entgegenhalten.
Seit 2013 hat Hartmut Böhm die neue Werkgruppe der Tischstücke konzipiert. Fundstücke des Ateliers – Zeichengerät, Werkstoffe, Werkzeuge, Kleberollen, Karteikästen, Einladungskarten, Broschüren – werden auf schlichten Tischen so angeordnet, dass das einzelne Objekt Teil eines streng formal ausgearbeiteten Vokabulars, einer visuell komponierten Anordnung wird. Im Auftrag der Daimler Art Collection hat Hartmut Böhm auf diesem Prinzip die Raumskulptur or-or geschaffen, die sich als visueller Essay über sein künstlerisches Oeuvre lesen lässt. Das sieben Meter lange Display abschreitend, legt der Betrachter einen Weg durch das Vokabular der geistigen Landschaft Hartmut Böhms zurück. Die materielle Vielfalt aus den Bereichen von typografischen Objekten, Künstlermaterialien und ausgewählten Gegenständen des Ateliers bietet zahlreiche Lesarten. Für die Lektüre benennt der Künstler selbst die folgenden Begriffe: Matrix und Metapher, Leere und Volumen, Überlagerung und Durchdringung, System und Syntax, Form und Struktur.

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Künstler

Termine

  • Samstag 11. Juni 2016
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    Führung durch die Ausstellung: Zur Musikalität des Linearen
    Im Rahmen dieser Führung wird der Frage nachgespürt, wie durch den Einsatz von Licht, Farbe und geometrischen Mustern abstrakt-lineare Raum-Bild-Findungen eine Rhythmisierung und Dynamisierung erfahren.
  • Samstag 2. Juli 2016
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    Führung durch die Ausstellung: Serialität, Relief und Struktur – Modulationen als visuelles Vokabular
    Der Rundgang begibt sich auf die Suche nach wiederkehrenden motivischen Einheiten und ›geistigen Landschaften‹ der ausgestellten Künstler und ihrer Werke.
  • Donnerstag 7. Juli 2016
    -
    Neue Auftragsarbeiten der Daimler Art Collection – Renate Wiehager im Gespräch mit Hartmut Böhm und Andreas Schmid
    Als Teil der Sammlungskonzeption vergibt die Daimler Art Collection regelmäßig Auftragsarbeiten an ausgewählte Künstler.

    Als Fortführung seiner neuen Werkgruppe der "Tischstücke" hat Hartmut Böhm im letzten Jahr die sieben Meter lange Raumskulptur „or-or“, 2016 aus sieben Tischelementen entwickelt. Das scheinbar streng formal ausgearbeitete Arrangement von Fundstücken aus dem Kontext seines Ateliers und der Kunstgeschichte spiegelt die vielfältigen Entwicklungen seines Werkes seit 1960 wider sowie das Kunstgeschehen dieser Zeit. Wie sind die Gegenstände dialogisch zueinander in Beziehung gesetzt und wie reflektieren diese retrospektiv die Werkgenese des Künstlers und seine Kunstauffassung? Welche Rolle spielen serielle Formation, Proportion, Dekonstruktion und Maßstab? Und schlussendlich, wie gliedert sich die Werkgruppe in das Gesamtkunstwerk Hartmut Böhms ein?

    Andreas Schmids Licht-Stelen-Installation „Lichtungen-Berlin [Clearings-Berlin]“ spiegelt die temporäre und situativ vorgehende Arbeitsweise des Künstlers wider. So hat er die 2009 erworbene Arbeit im Auftrag der Daimler Art Collection für die aktuelle Ausstellung „Adolf Fleischmann. Retrospektive“ im Daimler Contemporary völlig neu durchdacht und verortet.
    Mit Hilfe einer programmierten Computersteuerung komponiert der Künstler unterschiedliche Sequenzen und Intensitäten der farbigen einundzwanzig Leuchtstoffröhren. Die daraus entstehende, sich langsam verändernde Raum-Licht-Zeichnung schafft so einen architektonischen Übergangsbereich und Dialograum mit den abstrakten Malereien Fleischmanns und akzentuiert sein malerisches Streben: Die Vibration und Intimität der Farbe. Wie ist die Arbeit ästhetisch konzipiert? In welchem Bezug stehen die Licht-Sequenzen und die Außen- und Innenwahrnehmung zueinander?
  • Samstag 23. Juli 2016
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    Führung durch die Ausstellung: Dialogische Wechselspiele
    In dialogischer Gegenüberstellung sollen während der Führung Künstlerpositionen verglichen und nicht nur ihre Eigenheiten, sondern auch Parallelen und Verwandtschaften in den künstlerischen Fragestellungen herausgearbeitet werden. Die Licht-Stelen-Installation von Andreas Schmid wird beispielsweise im Dialog mit Adolf Fleischmann gezeigt: Der Vibration der Farbe bei Fleischmann antworten räumlich-zeitliche Bewegungen farbigen Lichts bei Schmid.
  • Samstag 3. September 2016
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    Führung durch die Ausstellung: Wilde Energien – Rhythmisierung & Dynamisierung der Bildräume
    Nicht zufällig betitelt Adolf Fleischmann seine Bildkompositionen mit Fuge oder Opus – seine visuellen Partituren fügen sich zu einem komplexen, rhythmisch gestalteten Bildraum mit vibrierenden Farbeffekten. Das Ausgreifen der Farbe in den Raum wird nicht zuletzt von gleichsam schwebenden, eigenen Rhythmen folgenden Farbvertikalen thematisiert. Vergleichbar gelingen Dieter Blum im Medium der Fotografie gelingen pulsierende Bewegungsmomente – spektakuläre ›Geschwindigkeits-Ornamente‹ rasender Bewegung von Tier und Reiter. Durch die Luft wirbelnde Lassos erzeugen tänzerische Augenblickslinien und optische Unschärfen – treiben das Sichtbare in die Auflösung.
  • Samstag 10. September 2016
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    Kinderworkshop
    Unser 2-stündiger Workshop richtet sich an Kinder im Grundschulalter zwischen 6 und 10 Jahren. Im Kontext der parallel laufenden Ausstellungen ›Adolf Fleischmann. Retrospektive‹, ›Dieter Blum. Cowboys‹ und ›Vis-á-Vis mit Adolf Fleischmann: Hartmut Böhm und Andreas Schmid‹ werden wir gemeinsam im Daimler Contemporary Material-, Farb- und Wahrnehmungsexperimente durchführen. Wir erfahren, wie Kunst durch Licht entsteht, malen abstrakte Bilder und erforschen das Spannungsfeld von Kunst und Werbung, indem wir Collagen anfertigen.
    Um Anmeldung bitten wir bis 10 Tage vor dem Termin unter art.collection@daimler.com. Die Zahl der Teilnehmenden beträgt ca. 10 Kinder. Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet am 10. September, von 15–17 Uhr statt. Bitte alte Kleidung anziehen!
  • Samstag 24. September 2016
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    Führung durch die Ausstellung: Konzept und Linie
    Die Führung fokussiert die Schnittstellen von Konkreter Kunst, Minimal Art und Konzeptkunst im Oeuvre der zeitgenössischen Künstler Hartmut Böhm und Andreas Schmid und fragt, inwiefern deren Werke auch in Bezug gesetzt werden können zu abstrakten Tendenzen im US-amerikanischen Spätwerk Adolf Fleischmanns.
  • Samstag 15. Oktober 2016
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    Führung durch die Ausstellung: Kunsthistorische Kontextualisierungen – von Vor- und Nachbildern
    Künstler nutzen die Kunstgeschichte wie einen Werkzeugkasten und rekurrieren auf bereits existierende Werke oder inkorporieren tradierte Formen in ihre eigene Arbeit, um so kulturelle Standards zu transformieren und zu interpretieren. Die Führung legt ihren Fokus auf diese künstlerische Praxis und versucht weitläufige Wechselbezüge zu jeweiligen Vorlagen und Vorbildern nachzuzeichnen. So bediente sich beispielsweise der US-amerikanische Fotograf Richard Prince für seine bildräuberischen Re-Fotografien der Cowboy-Motive von Dieter Blum oder Andreas Schmid setzt sich mit seiner Raum-Licht-Zeichnung mit malerischen Positionen der 1960er Jahre auseinander.

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