Serielle Formationen. 1967/2017

Re-Inszenierung der ersten deutschen Ausstellung internationaler minimalistischer Tendenzen

bis 5. November 2017
Daimler Contemporary Berlin

Die Ausstellung ›Serielle Formationen‹, kuratiert 1967 von Peter Roehr und Paul Maenz für die Studiengalerie der Universität Frankfurt, kann als eine der ersten deutschen ›Minimal‹-Ausstellungen bezeichnet werden. Die Daimler Art Collection unternimmt – im Gefolge der eigenen, 2005 gestarteten Ausstellungsreihe ›Minimalism in Germany‹ – einen ersten Versuch der Re-Inszenierung der historischen Präsentation.

›Serielle Formationen‹ brachte auf hohem Niveau die aktuellen Tendenzen der Zeit zusammen, sie ist die erste Themenausstellung zu minimalistischen Tendenzen in Deutschland – gerade in der Gegenüberstellung deutscher und internationaler Künstler. Auswahlkriterium für die insgesamt 62 Arbeiten von 48 Künstlern war die ›serielle Ordnung‹ als visuelles Merkmal der Bilder und Objekte, wobei sich dahinter durchaus verschiedene, zum Teil konträre Konzepte verbergen konnten. Die europäische Zero-Bewegung war vertreten, Aspekte von Nouveau Réalisme, Pop und Op Art, ebenso die amerikanische Minimal und Conceptual Art. Zur Ausstellung erschien ein ambitionierter Katalog mit sechs beigehefteten Originalgrafiken sowie ausführlichen Werkdokumentationen und Künstlerstatements. »›Serielle Formationen‹ verfolgte den informativen Ehrgeiz, die Unterschiede ähnlicher Erscheinungsformen zu klären.« (Maenz)

Die Ausstellung zeigt Werke der Daimler Art Collection sowie Leihgaben aus deutschen und internationalen Sammlungen.

Teilnehmende Künstler
Carl Andre (USA), Arman (F/USA), Thomas Bayrle (D), Ronald Bladen (CAN), Hans Breder (D/USA), Enrico Castellani (I), Christo und Jeanne-Claude (BG/USA und F/USA), Jan Dibbets (NL), May Fasnacht (D), Eberhard Fiebig (D), Dan Flavin (USA), Raimund Girke (D), Hermann Goepfert (D), Kuno Gonschior (D), Hans Haacke (D), Jan Henderikse (NL), Ewerdt Hilgemann (D), Bernhard Höke (D), Donald Judd (USA), Jiří Kolář (CZ), Yayoi Kusama (JP), Walter Leblanc (BEL), Thomas Lenk (D), Sol LeWitt (USA), Konrad Lueg (D), Adolf Luther (D), Piero Manzoni (I), Agnes Martin (CAN/USA), Almir da Silva Mavignier (BR), Henk Peeters (NL), Larry Poons (JP/USA), Charlotte Posenenske (D), Markus Raetz (CH), Bridget Riley (GB), Peter Roehr (D), Dieter Roth (CH), Felix Schlenker (D), Wolfgang Schmidt (D), Jan Schoonhoven (NL), Klaus Staudt (D), Michael Steiner (USA), Frank Stella (USA), Paul Talman (CH), Günther Uecker (D), Victor Vasarely (HU), Herman de Vries (NL), Andy Warhol (USA), gruppe x (D)

Weitere Werke aus dem Kontext ›Serielle Formationen‹ aus der Daimler Art Collection von:
Karl-Heinz Adler (D), Hartmut Böhm (D), Hal Busse (D), Hanne Darboven (D), Rolf Glasmeier (D), Hermann Glöckner (D), Mathias Goeritz (D), Gerhard von Graevenitz (D), Marie-Luise Heller (D), Hans-Peter Hoch (D), Oskar Holweck (D), Heinz Mack (D), Christian Megert (CH), Christian Roeckenschuss (D), Eckhard Schene (D), Mike Steiner (D) (Leihgabe), Franz Erhard Walther (D)

Kuratorin 2017: Renate Wiehager
Kuratoren 1967: Paul Maenz und Peter Roehr

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Künstler

Termine

  • Samstag 15. Juli 2017
    -
    Daimler Contemporary Berlin
    Führung durch die Ausstellung - Dies alles Herzchen wird einmal Teil des Kunstgeschichtskanons sein…
    Busse, gruppe x, Heller, Posenenske, Roehr, Schmidt
    Neben heute zum ›Kanon‹ zählenden KünstlerInnen wie Arman, Sol LeWitt oder Andy Warhol werden in der aktuellen Schau im Daimler Contemporary auch Werke von KünstlerInnen präsentiert, die von der Kunstgeschichtsschreibung momentan ›wiederentdeckt‹ werden. Darunter sind etwa Hal Busse, die Mitglieder der gruppe x, Bernhard Höke, Wolfgang Schmidt oder Michael Steiner, die entweder selbst in der historischen ›Serielle Formationen‹-Ausstellung vertreten waren oder ihrem künstlerischen Umfeld zuzuordnen sind. Die Führung begibt sich auf eine Art Spurensuche nach diesen relativ ›Unbekannten‹ anhand ausgewählter Werke in der aktuellen Ausstellung.
    Die Führung findet in deutscher Sprache statt.
  • Samstag 5. August 2017
    -
    Daimler Contemporary Berlin
    Führung durch die Ausstellung - Serielle Formationen und ihre unterschiedlichen Implikationen
    Andre, LeWitt, Posenenske, Roehr
    In der Führung werden wichtige Tendenzen abstrakter Kunst der 1960er-Jahre vorgestellt und die Entstehung und Entwicklung von ZERO, Minimal und Concept Art thematisiert. Obgleich die Werke in ihrer visuellen Erscheinungsform eine serielle Ordnung aufweisen, verbergen sich dahinter durchaus verschiedene, zum Teil konträre Konzepte. Die Führung fokussiert unterschiedliche Einlassungen in ästhetische, ideologische und historische Fragestellungen.
    Die Führung findet in deutscher Sprache statt.
  • Samstag 26. August 2017
    -
    Daimler Contemporary Berlin
    Führung durch die Ausstellung - Banalität und Symbolik des Materials
    Breder, Goepfert, Hilgemann, Judd, LeWitt, Posenenske, Uecker
    BesucherInnen von Ausstellungen in den 1960er-Jahren waren konfrontiert mit neuen Materialien wie Plexiglas, Aluminium, Sperrholz, PVC-Folie, Stahl, Autolack, Pappe, Baumwollstoffen und roh bearbeiteten Steinplatten. Derart formulierte sich auf der Materialebene der Anspruch von Entindividualisierung, Objektvierung und Demokratisierung nicht selten mit einer Schockwirkung. Ideologisch vorbelastete Materialien und Techniken – Sockel, Bronzeguss, Leinwand, Rahmen – wurden durch industriell produzierte Massenware ersetzt. Die Führung versucht unterschiedliche symbolische Implikationen der neuen Materialien freizulegen.
    Die Führung findet in deutscher Sprache statt.
  • Samstag 16. September 2017
    -
    Daimler Contemporary Berlin
    Führung durch die Ausstellung - Die Politisierung des Seriellen in der Bildenden Kunst der 1960er-Jahre
    Bayrle, gruppe x, Höke, Posenenske, Roehr
    Serialität ist nicht nur ein analytisches Strukturmerkmal zur Beschreibung von Minimal Art, sondern sie ist und war als eine Strategie der Anonymisierung und Entindividualisierung auch eine Form der ästhetisch-politischen Weltaneignung. Über sie versuchten Kunstschaffende in den 1960er-Jahren – nicht selten mit Verweis auf Roland Barthes Dictum vom ›Tod des Autors‹ – den Nimbus des Künstlers zu entzaubern und eine Demokratisierung von Kunst einzuleiten. Deutlich zeigt sich diese Verschränkung von Kunst und Leben im Kontext der Ausstellungstätigkeiten der von Siegfried Bartels geleiteten Studio Galerie der Goethe-Universität, die im unmittelbaren Umfeld der Frankfurter Studentenbewegung agierte und auch im Diskus, einer bis heute bestehenden studentischen Zeitschrift, besprochen wurde. Mit Blick auf die Frankfurter Kunst- und Kulturszene der Zeit, aber auch internationale Tendenzen untersucht die Führung künstlerische Positionen in der aktuellen Ausstellung, in denen serielle (An-)Ordnungen als mögliche Strategien der Politisierung von Kunst Anwendung fanden.
    Die Führung findet in deutscher Sprache statt.

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