Evoking Reality

Konstitution von Wirklichkeit in Fotografie und Videokunst

bis 5. Mai 2019
Eröffnung: Samstag, 24. November 2018, 15:00 bis 18:00 Uhr
Daimler Contemporary Berlin

›Evoking Reality‹ stellt Positionen politischer Fotografie und Videokunst aus der Daimler Art Collection (DAC) vor, die Neukonzeptionen aktueller Realitätsbilder formulieren. Beginnend in den frühen 1990er Jahren erweiterte die DAC ihren Sammlungsschwerpunkt um Werke der Neuen Medien: Fotografie, Video, Objektkunst und installative Arbeiten. Die Neuerwerbungen wurden in der dreiteiligen Ausstellungsreihe ›Photography, Video, Mixed Media I-III‹ zwischen 2003 und 2007 im Berliner Ausstellungsraum Daimler Contemporary vorgestellt. Dieser Fokus auf Fotografie und Video ist seither intensiv weiterverfolgt worden. Die Sammlung umfasst heute ein stetig wachsendes Konvolut bedeutender Arbeiten, die zeitgenössische Perspektiven auf globale Thematiken und politische Konflikte visualisieren.

Die Ausstellung ›Evoking Reality‹ widmet sich zeitgenössischen Strategien, die sich von etablierten Darstellungsprinzipien und gängigen Narrativen des Fotojournalismus distanzieren, um ein offenes Wirklichkeitsbild entstehen zu lassen, das auf eine kritische Sensibilisierung des Betrachters zielt. Angesprochen wird ein kritisches Bewusstsein bezogen auf mediale Vermittlungs- und Darstellungsweisen, die das Auge mittels wiederkehrender Leidensbilder und Gewaltszenen seit Jahrzehnten prägen. Ausgehend von einer Re-Lektüre der Publikation ›Das Leiden Anderer betrachten‹ (2005) von Susan Sontag befasst sich die Ausstellung ›Evoking Reality‹ mit aktuellen medialen und konzeptuellen Herangehensweisen an politische, öffentliche und daraus resultierende private Konfliktsituationen. Das Ineinanderblenden von Fiktion, Inszenierung, Konstruktion und Realität verunsichert den Betrachter, der jene Verfremdungsstrategien zugleich unerwartet als realitätsstiftendes Moment erfährt. Offenheit und Vieldeutigkeit fordern den Betrachter auf, sich das Geschehen selbst zu erschließen, visuelle Impulse zu reflektieren und teils auch intellektuell zu revidieren. Wirklichkeit wird als fragiles Konstrukt erfahren, das aus unterschiedlichen Perspektiven stets seine Gestalt ändert. Die Werke dieser Ausstellung evozieren ein Realitätsmoment, das eben durch Vieldeutigkeit, Widersprüchlichkeit, Interkonnektivität und Relativität unsere globale Lebensrealität greifbar werden lässt.

Die jüngst erworbene zwölfteilige Fotoserie Congo Democratic (2006) von Guy Tillim, der 2004 Preisträger des  ›Mercedes-Benz Award for South African Art and Culture‹ war, wird erstmals in Berlin zu sehen sein. Zudem bilden fotografische Arbeiten u.a. von Jane Alexander, Clément Cogitore, Tacita Dean, Cao Fei, Pieter Hugo, Maya Zack und die Videoinstallationen Snow White (2001) von Bernie Searle, Mermaids [Erasing the Border of Azkelon] (2011) von Sigalit Landau sowie The amorous Indies (2017) von Clément Cogitore Schwerpunkte der Ausstellung.

›Evoking Reality‹ präsentiert Werke von sechzehn Künstlerinnen und Künstlern aus zehn Nationen:
Mustafah Abdulaziz (USA), Jane Alexander (ZA), Clément Cogitore (F), Tacita Dean (GB), Alia Farid (KWT), Cao Fei (CHN), Abrie Fourie (ZA), Pieter Hugo (ZA), Sigalit Landau (IL), Richard Mosse (IRL), Viviane Sassen (NL), Oskar Schmidt (D), Berni Searle (ZA), Guy Tillim (ZA), Sharif Waked (IL/PS), Maya Zack (IL)

Kuratiert von Renate Wiehager und Nadine Isabelle Henrich

Downloads

Künstler

Termine

  • Samstag 1. Dezember 2018
    -
    Daimler Contemporary
    Kuratorenführung durch die Ausstellung - Evokative Realismen
    Clément Cogitore, Richard Mosse, Berni Searle, Maya Zack
    Die Führung geht auf die historischen und zeitgenössischen Konflikte sowie auf Situationen ein, die den thematischen Hintergrund der Werke unserer Ausstellung bilden: u.a. Holocaust, (Post-) Apartheid, (Neo-) Kolonialismus, Rassismus, Geopolitik, Klimawandel, Nahostkonflikt. Kennzeichnend für alle Arbeiten sind explizite Offenheit und Ambiguität. Diese Qualitäten überwinden den Neutralitätstopos des Dokumentarischen und lassen ein evokatives Potenzial entstehen, der für die Betrachterinnen und Betrachter neue Deutungsräume eröffnet. Fotografie und Video werden nach ihren Grenzen und Möglichkeiten, ihren gesellschaftlichen Funktionen und möglichen Instrumentalisierung in Bezug auf kulturelle, politische und wirtschaftliche Mechanismen und Machtverhältnisse hin befragt.
    Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung.
  • Samstag 2. Februar 2019
    -
    Daimler Contemporary
    Themenführung durch die Ausstellung - Geschichte als narratives Konstrukt
    Tacita Dean, Oskar Schmidt, Maya Zack
    Vor dem Hintergrund historischer Katastrophen reflektierten verschiedene Arbeiten der aktuellen Ausstellung traumatische Erinnerungen als Schichtungen und Kompressen von persönlichen und kollektiven Desaster. Die Führung widmet sich komplexen künstlerischen Analysen von Geschichte und beleuchtet das Verhältnis von individuellem Schicksal und nationaler Historie. Während Tacita Dean mit historischen Aufnahmen eine neue Abfolge von Ereignissen quasi-kinematografisch inszeniert und Oskar Schmidt die Bildkompositionen ikonischer Fotografien mittels Re-Inszenierung vergegenwärtigt, entwirft Maya Zack durch digitale Rekonstruktion einen traumatischen Erinnerungsraum.
    Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung.
  • Samstag 2. März 2019
    -
    Daimler Contemporary
    Themenführung durch die Ausstellung - Dispositivwechsel: Zwischen Journalismus und Kunst
    Mustafah Abdulaziz, Pieter Hugo, Richard Mosse, Guy Tillim
    Viele Foto- als auch Filmaufnahmen der Ausstellungen loten die Grenzen zwischen konventioneller Reportagefotografie und Positionen zeitgenössischer Kunst aus. Sie oszillieren zwischen reiner Dokumentation und technischer Verfremdung und auch institutionell zwischen fotojournalistischen Kontexten und musealen Ausstellungsräumen. Die Führung möchte diesen Transfer mit seinen unterschiedlichen Rezeptions- und Distributionsformen beleuchten. Schon die Rekontextualisierung des Einzelbildes innerhalb der vielen in der Ausstellung gezeigten Serie scheint eine Skepsis oder besser eine Bedingtheit der eigenen Erkenntnis zu artikulieren.
    Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung.
  • Samstag 6. April 2019
    -
    Daimler Contemporary
    Themenführung durch die Ausstellung - Geschichte als narratives Konstrukt
    Tacita Dean, Oskar Schmidt, Maya Zack
    Vor dem Hintergrund historischer Katastrophen reflektierten verschiedene Arbeiten der aktuellen Ausstellung traumatische Erinnerungen als Schichtungen und Kompressen von persönlichen und kollektiven Desaster. Die Führung widmet sich komplexen künstlerischen Analysen von Geschichte und beleuchtet das Verhältnis von individuellem Schicksal und nationaler Historie. Während Tacita Dean mit historischen Aufnahmen eine neue Abfolge von Ereignissen quasi-kinematografisch inszeniert und Oskar Schmidt die Bildkompositionen ikonischer Fotografien mittels Re-Inszenierung vergegenwärtigt, entwirft Maya Zack durch digitale Rekonstruktion einen traumatischen Erinnerungsraum.
    Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung.
  • Samstag 4. Mai 2019
    -
    Daimler Contemporary
    Themenführung durch die Ausstellung - Dispositivwechsel: Zwischen Journalismus und Kunst
    Mustafah Abdulaziz, Pieter Hugo, Richard Mosse, Guy Tillim
    Viele Foto- als auch Filmaufnahmen der Ausstellungen loten die Grenzen zwischen konventioneller Reportagefotografie und Positionen zeitgenössischer Kunst aus. Sie oszillieren zwischen reiner Dokumentation und technischer Verfremdung und auch institutionell zwischen fotojournalistischen Kontexten und musealen Ausstellungsräumen. Die Führung möchte diesen Transfer mit seinen unterschiedlichen Rezeptions- und Distributionsformen beleuchten. Schon die Rekontextualisierung des Einzelbildes innerhalb der vielen in der Ausstellung gezeigten Serie scheint eine Skepsis oder besser eine Bedingtheit der eigenen Erkenntnis zu artikulieren.
    Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung.

Publikationen

Ausstellungen

schließen

Warenkorb

Versand und Abwicklung erfolgt über die Bücherbogen am Savignyplatz GmbH in Berlin. Für Fragen zu Bestellungen wenden Sie sich bitte direkt an info@buecherbogen.com Handling and Shipping is done by theBücherbogen am Savignyplatz GmbH in Berlin. For questions regarding your order please contact info@buecherbogen.com directly.
bezahlen*
* Bestellungen aus der EU sind bei PayPal auch ohne Anmeldung möglich. Sie können dann auch bequem per Bankeinzug oder mit Ihrer Kreditkarte zahlen. Für diese Option klicken Sie bitte auf PayPal und wählen anschließend die Bezahlung "Mit Lastschrift oder Kreditkarte" aus. Buyers from within the EU can use PayPal even without having a PayPal account. Via Paypal you can also check out with direct debit or with your credit card. For this option please click on "Check out with PayPal" and make use of the "Payment by Direct Debit or Credit Card".